Touch Your Boobs - Wie Katjes mit Marketing Haltung bezieht
Shownotes
In dieser Episode von „Katjes packt aus“ spricht Host Linda Zervakis mit den Katjes-Gesellschaftern Tobias Bachmüller und Bastian Fassin über eine der sichtbarsten und wichtigsten Kampagnen des Unternehmens: Pinktober.
Gemeinsam werfen sie einen Blick hinter die jährliche Initiative zur Brustkrebsprävention und erklären, warum Katjes als Süßwarenmarke überhaupt Haltung zeigt. Zudem sprechen die drei darüber, wie der Claim: „Checkst du? Deine Boobs. Deine Vorsorge.“ entstanden ist und weshalb Gesundheitsthemen und Markenarbeit sich nicht widersprechen müssen.
Ihr erfahrt unter anderem, warum Pink bei Katjes nicht zufällig zur Company-Farbe wurde, welche strategische Bedeutung sie für die Markenführung hat und wie genau dieser Farbcode Katjes zur stärksten Brustkrebs-Message in Deutschland geführt hat. Außerdem geht es darum, weshalb die aktuelle Kampagne bewusst auf ein klassisches Testimonial verzichtet und stattdessen auf KI-gestützte Visuals setzt, die neue kreative Möglichkeiten eröffnen und eine Bildwelt schaffen, die näher an der Lebensrealität der Zielgruppen ist. Und schließlich wird gezeigt, welche Rolle Unternehmenskultur, Fürsorge und klare Werte bei Katjes spielen und warum echte Haltung immer im Team beginnen muss, wie sie kreative Entscheidungen prägt und weshalb sie am Ende der Schlüssel zu glaubwürdiger Markenkommunikation ist.
Perfekt für alle, die sich für Brand Building, Purpose Marketing und starke Markenbotschaften interessieren.
Checkst du? Diese Folge aus?
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt ja so Firmen, die stellen Club-Bürsten her und spenden irgendwas für ein Zoo.
00:00:03: Wir dagegen wollen, dass die Marke und die Zielgruppe und die Charity-Aktion was miteinander zu tun hat.
00:00:09: Wir als Unternehmen haben Werte gerüst, was in sich stimmig ist.
00:00:12: Ja, wir wollen Geld verdienen, wir sind ein Unternehmen, aber wir sind es nicht nur.
00:00:16: Das Leben besteht nicht nur aus Bilanz.
00:00:35: Herzlich willkommen bei Katjes Pakt aus.
00:00:37: Mein Name ist Linda Zawakis und gemeinsam mit unseren heutigen Gästen sprechen wir über die Pinktober-Kampagne.
00:00:43: Katjes ist bekannt für richtungsweisende Kampagnen und diese startet mit Checkstum, deine Boops, deine Vorsorge.
00:00:52: Sichtbar in ganz Deutschland kombiniert aus acht Tausend Fünfhundert Großplakaten, Social Media und Limited Edition Produkt.
00:01:00: Aber ... Warum ist das Thema Vorsorge für Katjes relevant?
00:01:04: Und warum passt es zu einer Marke, die eigentlich für Genuss und Süßwahn steht?
00:01:09: Antworten darauf gibt es jetzt.
00:01:11: Wir sind gespannt, was uns die beiden Gesellschaft dazu berichten haben.
00:01:15: Herzlich willkommen, Tobias Bachmüller und Bastian Fassin.
00:01:18: Hallo.
00:01:19: Hallo.
00:01:19: Warum
00:01:20: engagiert sich Katjes beim Thema Brustkrebsvorsorge?
00:01:24: Wer hatte die Idee dazu?
00:01:26: Jede unserer Marken hat auch ein Charity-Projekt.
00:01:29: Wir wollen das gar nicht voneinander trennen, es gibt ja so Firmen, die machen was ich was, stellen Club-Bürsten her und spenden irgendwas für ein Zoo.
00:01:37: Wir dagegen wollen, dass die Marke und die Zielgruppe und die Charity-Aktion, was miteinander zu tun hat.
00:01:44: Und jeder unserer Marken macht das.
00:01:46: Also ich nehme jetzt mal ein anderes Beispiel als Katjes Weg, spendet und engagiert sich bei der Puller Bears International, weil ja auch ein Eisbär drauf ist für die Kühlung und so weiter.
00:01:55: So, und bei Katjes machen wir jetzt seit drei, vier Jahren Pinktober, zwei einfache Gründe.
00:02:02: Pink ist unsere Company-Farbe, also liegt ultra nahe.
00:02:06: Zweitens, unsere Zielgruppe sind Frauen.
00:02:09: Das zusammen führt uns direkt zu einer wahrscheinlich der größten Massenkrankheit in dieser Zielgruppe.
00:02:16: Das ist eben Brustkrebs und das gefährlichste.
00:02:17: Und natürlich haben wir auch Packungen so.
00:02:19: Das verkaufen wir dann in unserem Online-Shop und so weiter.
00:02:22: Aber darum geht es nicht.
00:02:24: Es geht darum, dass wir unserer Zielgruppe zeigen.
00:02:27: Wir denken an dich.
00:02:29: Und du solltest auch an dich denken.
00:02:31: Im Grunde, was ganz einfach ist, wo jeder Arzt sagt, das würde wahnsinnig viel helfen, wenn das früher ist.
00:02:39: Und das finden wir toll, dass wir etwas machen, was ... zu uns passt, zu unserer Zielgruppe passt und hoffentlich vielleicht sogar, ich sage das jetzt mal ein bisschen größermäßig, wahrscheinlich auch den ein oder anderen rettet.
00:02:53: Das besser geht es nicht.
00:02:55: und ich sage mal, unsere ganze Firma ist ein bisschen, wir kommen nachher noch dazu, dass auch Teil unserer ganzen Nachhaltigkeitsorientierung ist darauf ausgerichtet.
00:03:04: Ja, wir wollen Geld verdienen, wir sind ein Unternehmen, aber wir sind es nicht nur.
00:03:11: Sondern wir wollen auch noch, das Leben besteht nicht nur aus Bilanz.
00:03:16: Ja, also man kann sagen, Katjes bezieht in der Hinsicht sichtbar Haltung.
00:03:21: Welche Rolle spielt Haltung für eine Marke im süßbaren Segment, aber auch für Marke im Allgemeinen?
00:03:28: Ich glaube, dass erst mal muss die Haltung zur Marke passen.
00:03:31: Also ich glaube, wenn man Haltung bezieht, dann muss der Konsument, der mit einer Marke irgendwie ein Bild verbindet, muss auch sagen, die Haltung passt zu diesem Unternehmen.
00:03:40: Wenn ich mal das Beispiel nehme, unsere veganen Produkte, da haben wir auch mal Haltung gezeigt, in dem wir mit uns in Ziegruppen geworben haben und eine Dame, mit der wir geworben hatten, in Hijab.
00:03:50: Ganz moderne, coole Bomberjacke in Pink, in Hijab, also eine tolle, moderne Darstellung, weil wir finden, das ist auch ein Teil unserer Ziegruppe.
00:03:58: Wir wissen, dass in unserem Land auch Tendenzen gibt, die das nicht so gut finden und haben wir es trotzdem gemacht und haben es bewusst gemacht.
00:04:05: Und das ist das, das kann man als Unternehmer diese Haltung zeigen.
00:04:11: Und wir wollen das auch, weil wir sind Teil der Gesellschaft mit unseren Produkten.
00:04:14: Wir sind aber auch glücklich in dieser Gesellschaft und zufrieden in dieser Gesellschaft.
00:04:18: Wir wollen die aber auch in die richtigen Töne mit senden, soweit wir das können.
00:04:23: Und das ist immer peinlich, wenn das so aussieht, als hat man, ist das weit hergeholt oder sowas.
00:04:29: Aber Schweine-Gilatine, ja, da ist ja keine Frage.
00:04:32: Das ist da, ein großen Teil unserer Zielgruppe könnt ihr schon aus religiösen Gründen das nicht dürfen.
00:04:37: Und wir zeigen unsere Zielgruppe.
00:04:38: Das ist eines der ältesten Gesetze der Welt.
00:04:42: Und umgekehrt lassen wir uns das aber auch nicht verbieten.
00:04:45: Aber und das halten wir dann aus und das halten wir vielleicht besser aus.
00:04:48: Also gemeinsam halten wir das aus.
00:04:49: Wir kriegen dann ja gemeinsam diese unsere E-Mails, die gehen dann ja gleich immer breit.
00:04:54: Dann kriegt man persönlich alle möglichen Tracks, kennen das ja vielleicht auch.
00:04:59: Wir stellen da keine Strafanzeigen, weil es so schlecht geschrieben ist.
00:05:03: Da Bachmauer sagt, wir sollten das einfach nur richtig tutulieren, das ist ein Lovestorm.
00:05:07: Okay, darüber sprechen wir gleich tatsächlich auch noch mal.
00:05:12: In der Kampagne geht es ja einerseits um Aufklärung, andererseits um Prävention, aber natürlich auch um Markenpräsenz.
00:05:18: Und wie schafft man es, dass das gesellschaftliche Anliegen dabei nicht zu sehr in den Hintergrund rückt?
00:05:24: Ich halte die jetzt mal gerade für die, die ist im Hören.
00:05:28: Die Hören eigentlich war Plakato.
00:05:31: Da ist die Aufforderung, checkst du.
00:05:33: Also, sich selber zu untersuchen, steht auch drunter.
00:05:35: Deine Bubs, deine Vorsorge.
00:05:37: Deutlich erkommen, was sie jetzt nicht machen.
00:05:39: Und checkst du?
00:05:41: Das haben wir übrigens Glück gehabt, weil es ja beim Jugendwort auch Dritter geworden ist.
00:05:45: Wir fragen alle, wie geht das so schnell?
00:05:46: Keine Ahnung.
00:05:47: Das war ein Leben offensichtlich in dieser Welt.
00:05:50: Ist größer als Katjes.
00:05:52: Das wollten wir auch absichtlich so machen, dass die Aktion wichtiger ist, in dem Fall als Katjes.
00:05:58: Dass Katjes das als Thema hat und eben schon seit drei, vier Jahren so groß wie dieses Jahr haben wir es noch nicht gemacht, aber dieses Produkt hier gibt es schon seit drei, vier Jahren auch im Shop.
00:06:06: Und dass das eben auch sehr auffällig ist mit dieser Farbe, die ideal für uns ist, ist klar.
00:06:11: Wir finden es immer gut, wenn es was für die Sache tut und für uns.
00:06:17: Ja, wir wollen gar nicht erst anfangen zu sagen, wir machen nur etwas für die anderen.
00:06:22: Nein, wir stehen dazu.
00:06:23: Es passt zu uns.
00:06:24: Und wir haben Glück.
00:06:27: Es tut.
00:06:28: Hoffentlich für unsere Zielgruppe, aber natürlich auch für uns was.
00:06:31: Vor kurzem war ich auf einer Veranstaltung und dann kam Herr auf mich zu uns auf der Facil.
00:06:35: Ich hatte gesehen, dass sie kommen und hatte mit meiner Frau, wo er darüber gesprochen und ich wollte ihn danken.
00:06:40: Meine Frau wollte ihn danken.
00:06:42: Wo will die sich damit danken?
00:06:43: Ja, meine Frau ist Gynäkologin, hatte selber Buskrebs und die finde es großartig, dass ich Katja's für dieses Thema engagiert.
00:06:50: Denn das Thema muss in der Breite einfach in die Öffentlichkeit, weil es die viert häufigste oder fünfzehnzig Prozent der diagnostizierten Krebsfälle sind, wo es Krebs ist, ist die einfachste zu diagnostizieren.
00:07:02: Also bei Darmkrebs fällt es schwieriger.
00:07:04: Ja.
00:07:05: Und als er mir das so dargestellt hat, muss ich sagen, habe ich gedacht, okay, dann haben wir es richtig gemacht.
00:07:10: Natürlich ist man ja immer, dass man sagt, das darf nicht zu werbwillig sein.
00:07:13: Also zum Beispiel, man kann ja die Frage stellen, wie stehen Sie denn überhaupt zum Thema Vorsorge und Fürsorge?
00:07:18: Unser Mitarbeiter beispielsweise machen wir dasselbe.
00:07:21: Wir machen das nicht nur so, dass wir das Thema brüsten, sondern wir bieten unseren Mitarbeitern an eine Glippeschutzimpfung.
00:07:27: Wir bieten unseren Mitarbeiter an ein Houtscreening.
00:07:30: Wir bieten unser Mitarbeiter an eine Vitamin D-Mission.
00:07:33: Wir bieten unser Mitarbeiter an eine Herzkreislaufuntersuchung.
00:07:37: Und das führt nicht immer dazu, dass alle dann natürlich betroffen sind.
00:07:41: Aber
00:07:41: in der Arbeitszeit?
00:07:43: Ja, in
00:07:43: der Arbeitszeit und umsonst, ja.
00:07:45: Also, damit es auch niedrigschwellig ist.
00:07:47: Aber ich habe verwerten vor kurzem einen Mitarbeiter, der bei der Herzkreislaufuntersuchung sofort ins Krankenhaus geliefert wurde und sofort operiert wurde.
00:07:56: Und wenn das den einen Menschen gerettet hat, dann ist man doch im Grunde dankbar, dass man diese Chance hat, so einen Eiblos zu nehmen.
00:08:04: Wie lange machen Sie das schon?
00:08:05: Machen bieten Sie das schon lange an?
00:08:06: Ja,
00:08:07: ich kann es gar nicht wirklich.
00:08:08: Also
00:08:08: diese ganzen Medizin-Geschichten und also die Grippe eben von, weiß ich selber, weil ich das schon nicht mache.
00:08:13: Ich glaub, mindestens zu fünf, zwanzig Jahre?
00:08:15: Okay.
00:08:16: Wahnsinn.
00:08:17: Aber
00:08:18: wir wissen auch, dass nicht alles wahrnehmen, um es vorsichtig zu sagen, ist dann so.
00:08:22: Ja, aber immer mehr.
00:08:23: Es wächst, es wächst auch diese Vorsorgethematik.
00:08:27: Früher war das in der Produktion, da hat man gesagt, ich werde nie krank, das ist alles gut.
00:08:32: Und da waren es mehr, die Person aus der Verwaltung hat sich verändert.
00:08:34: Hat sich auch verändert, weil wir den Standort auch mehr der Produktion näher gebracht haben.
00:08:38: Das hört auch noch mal.
00:08:40: Aber ich will nur sagen, das ist etwas, das wir intern auch leben und bei dem Thema auch eben extern.
00:08:45: Wir haben eben schon über das Chexto gesprochen, also Jugendwort.
00:08:49: Extra gewählt, um die junge Zielgruppe zu erreichen.
00:08:52: oder war das, passte das eine zum anderen?
00:08:54: Ja, extra
00:08:55: gewählt, um zu erreichen.
00:08:57: Wir wollen nicht, dass wir eine AOK Werbung machen.
00:09:00: Das ist ja abschreckend.
00:09:03: Und das kennen wir einfach.
00:09:04: Wir machen ja täglich Werbung und ich habe das Gefühl, viele staatliche Stellen machen nicht täglich Werbung, deswegen sieht das alles so.
00:09:12: Langweilig aus.
00:09:14: Du musst natürlich erstmal so eine Opening-Headline haben, wo jemand auch drauf reagiert.
00:09:18: Und eine Frage, die kurz ist und nicht so ein Behördensprache ist, ist immer gut.
00:09:24: Aber das ist wirklich spannend, weil ich habe das Gefühl, sie checken es selber, quasi.
00:09:30: Oder kommen die Mitarbeiter zu ihnen und sagen, Herr Bachmüller, das ist gerade das Jugendwort.
00:09:34: Oder kommt das tatsächlich auch von ihnen selber?
00:09:36: Nein,
00:09:36: das kommt von der Agentur.
00:09:37: Aber sie sind offen dafür, ne?
00:09:39: Ja,
00:09:39: aber ich bin auch der Marketingdirektor, also ich sag dann, nehmen wir.
00:09:42: Aber mir fällt das nicht selber ein.
00:09:44: Aber sie sind offen dafür, sie wirken nicht.
00:09:46: so, dass sie sagen, weiß ich nicht, weil das ist dann vielleicht zu jugendlich und so, so wirken sie halt nicht.
00:09:50: Nee,
00:09:51: nee, wir ticken anders, ja?
00:09:53: Das sehen sie auch schon, wenn hier Touchio Boops draufsteht, will auch nicht jeder.
00:09:57: Ja, wir wollen das.
00:09:58: Das ist eine wichtige Sache, da muss man schon so auch drüber reden, wie Menschen auch vielleicht drüber reden und checkst du ist, so reden Menschen.
00:10:06: Ja, und nicht haben Sie Ihren letzten Vorsorgetermin wahrgenommen.
00:10:12: Unsere ganze Marke ist nicht so angelegt, so steif zu sein.
00:10:15: Das Thema wird damit ja auch jokerer.
00:10:18: Also wenn man ein Brustvorsorge, das klingt ja auch irgendwie ein bisschen uncool, denkt man, man wäre schon über sechzig.
00:10:25: Aber checkst du, ist ja auch einfach cooler.
00:10:26: Und wenn es dazu führt, dass man es dann häufiger macht und dran erinnert wird.
00:10:31: Also daneben gibt es noch, das kann ich jetzt leider nicht hochhalten, auch eine Social Media Kampagne, nur mit jüngeren Frauen, die anfangen sich abzutasten.
00:10:39: Unter
00:10:40: dem gleichen Motorüberraschung steckst du, weil das dann im Dialog, was machst du denn da?
00:10:44: Weil es soll als was normales zeigen und eine Aufforderung haben.
00:10:50: Und nicht so, ja, wir haben unser Jahres-Soll an Gesundheitsvorsorgeplänen erfüllt, sondern wir müssen auf die Leute zugehen.
00:10:58: Sehr schön.
00:10:59: Ich habe gelesen, die Motive der Kampagne Touch Your Boops wurden mithilfe von KI erstellt.
00:11:04: Das ist ja ein spannender Schritt Richtung kreative Automatisierung.
00:11:08: Welche Chancen sehen Sie darin für zukünftige Markenarbeit?
00:11:10: und wo sagen Sie bis hierhin und nicht weiter?
00:11:14: Ich will nicht weiter, weil ich gar nicht weiß, was auch von zukommt.
00:11:20: Tendenziell sind wir da ziemlich weit.
00:11:23: Wir machen intern fast alle erstens Gribbles oder sowas.
00:11:27: Alles KI.
00:11:28: Wir machen inzwischen viele der Packungen entwürfe auch KI das wunderbar.
00:11:32: Und das hat sich unglaublich entwickelt.
00:11:34: Und wenn du es nicht machst, dann merkst du gar nicht die Entwicklung.
00:11:37: Warum gibt es eigentlich kein klares Testimonial?
00:11:39: Ja, wer wird das bei dem Thema auch nicht wollen.
00:11:41: Hier war es uns wichtig, eben jetzt auch nicht so Einzelschicksale rauszupicken.
00:11:47: Das ist ja auch an diesen Kampagnen oft.
00:11:49: Da wird, meiner Meinung nach, auch Schicksal ein bisschen ausgeschlachtet.
00:11:53: Das wollten wir nicht.
00:11:54: Und dafür ist das natürlich ideal, weil es diese Frauen gar nicht gibt.
00:11:58: Ja?
00:11:59: Ja, perfekt.
00:12:00: Und wie funktioniert die Verzahnung zwischen, ich sag mal, das nennt sich OOH, Out of Home Werbung.
00:12:07: Ja,
00:12:07: einfach Plakate auf OOH.
00:12:08: Ja,
00:12:08: Plakate.
00:12:09: Also, das ist ja dann eher klassische Werbung.
00:12:11: Ich hab Ihnen achttausendfünfhundert Plakate, dann Social Media und Limited Edition.
00:12:17: Wie funktioniert das alles zusammen?
00:12:18: Du
00:12:18: gibst eine Marketinggruppe, die kümmert sich drum.
00:12:21: Marketingmanager für Katjes und so weiter.
00:12:24: Und eine Aussage.
00:12:25: Ja.
00:12:25: Eine Aussage in verschiedenen Medien.
00:12:27: Die
00:12:27: Aussage ist immer checkst du.
00:12:29: Der Konsument unterscheidet ja gar nicht nach den Medien.
00:12:32: Ja, das ist ja vom Einkaufen oder von der Verwendung, aber am Ende, wenn du eine Message kriegst, wo du die bekommst.
00:12:38: Interessiert dich ja gar nicht, du bekommst die und weißt ja nachher gar nicht, habe ich jetzt das Plakat gesehen, habe ich das online gesehen, habe ich das im Fernsehen auf der Packung.
00:12:45: Der Konsument
00:12:46: unterscheidet.
00:12:46: Die Message muss nur konsistent sein.
00:12:48: Ja, wir machen ganz klassische Omni-Channel, eine Aussage und überall.
00:12:52: Überall.
00:12:53: Ja, wir machen auch TV.
00:12:54: Nicht mehr so viel wie früher, machen mehr digital heute, aber wir machen weiter TV in großen Senden und große Markebrauch, große Sendung.
00:13:01: Ja, aber dann mit möglichst gleichen Auftritt.
00:13:04: Wo wir schon bei Konsumenten sind, wie reagieren die auf den Mix aus Humor, Klarheit und dann ja in Kombination mit einem ernsten Thema?
00:13:14: Also in dem Fall haben wir mal keinen Schatz, aber wir kriegen doch ausnahmsweise nur positiv.
00:13:22: Sehr positiv.
00:13:24: Sie haben ja selber ein Beispiel genannt.
00:13:26: Ich glaube, es ist ein Positiv-Fall, weil das Thema auch viele wissen, dass so relevant ist.
00:13:31: Das Thema, man muss sich ja vorstellen, es ist ja im Grunde dieser Pinktober, und Pinktober als Monat ist ja mittlerweile etabliert weltweit.
00:13:39: Die Frage ist ja, woher kommt das?
00:13:40: Wer hat den etabliert?
00:13:41: Und etabliert hat ihn der erste Lauda.
00:13:44: Also Frau Lauda, die hat überhaupt dieses Thema erst mal hervorgehoben, hat auch diese Schleife, die wir ja alle kennen, diese pinke Schleife entwickelt.
00:13:52: Das heißt, Diese Awareness ist auch aus der Industrie gekommen.
00:13:56: Sonst gäbe es das gar nicht, diesen Pingtur.
00:13:58: Das ist auch
00:13:58: irre, ne?
00:13:59: Ich glaube, das wissen auch die Wenigsten.
00:14:01: Ja.
00:14:01: Und das ist eine Frau, die das ins Leben guckt.
00:14:03: Coca Cola hat den Weihnachtsmann erfunden.
00:14:05: Ja.
00:14:05: Ich überlege
00:14:08: mir auch noch was im Weihnachtsmann.
00:14:11: Weihnachtsfrau.
00:14:14: Was würden Sie allgemein sagen, welche Verantwortung haben Marken, wenn Sie sich mit gesellschaftlichen Themen verbinden?
00:14:22: eine sehr anspruchsvolle Frage.
00:14:23: Deswegen habe ich die auch weitergebracht.
00:14:25: Ja, ja,
00:14:26: ja.
00:14:29: Ich glaube, man kann das nicht aus der Marke heraus beantworten, sondern es sind ja die handelnden Personen.
00:14:35: Und auch das Anliegen?
00:14:37: Ja, ich glaube, das ist am Ende ja ein Wertegerüst, was du als Unternehmen hast.
00:14:42: Wir als Unternehmen, glaube ich, haben Wertegerüst, was in sich stimmig ist und das führt dazu, dass unsere Mitarbeiter lange bei uns bleiben.
00:14:50: Wir haben quasi keine Fluktuation, also knapp unter zwanzig Jahre ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in unserem Unternehmen und die Mitarbeiter, mit denen ich vor zwanzig Jahren hier begonnen habe, davon sind.
00:15:03: Also das heißt, was ich damit sagen will, das kommt nicht aus der Marke, sondern es kommt, glaube ich, aus der Kultur.
00:15:08: Die Mitarbeiter haben eine Kultur, die sie leben, unsere Marken kommunizieren, auch ein Thema, von dem wir überzeugt sind.
00:15:15: Und dann kannst du, glaube ich, auch diese Haltungsthemen so überzeugt leben, weil ich glaube, man merkt auch extern, ob das ... aus dem Inneren kommt, ob es ehrlich gemeint ist.
00:15:25: Ich glaube, das ist wie bei Menschen.
00:15:27: Man hat noch manchmal Menschen, die vor allem sitzen und für ein Thema sich einsetzen.
00:15:31: Super Celebrity, super Reihen.
00:15:33: Dieses Thema ist ihm plötzlich wichtig.
00:15:34: Und dann denkt man so, hm, macht es jetzt vielleicht auch, weil das so.
00:15:39: Und ich glaube, die Glaubwürdigkeit, das ist unsere Stärke.
00:15:43: Sie spenden die Erlöse der Kampagne an Brustkrebsorganisation.
00:15:46: Wie kann ein profitorientiertes Unternehmen das mit seinen Zielen vereinbaren?
00:15:50: Wunderbar.
00:15:53: Das ist eine ehrliche, kurze
00:15:54: Antwort.
00:15:55: Das können wir wunderbar vereinbaren.
00:15:58: Wir spenden ja auch sonst für alles Mögliche.
00:16:01: Wir sind ja ein feldesmäßig erfolgreiches Unternehmen, mit feldesmäßig wenig Gesellschaften.
00:16:06: Also da sitzt ja sonst außer Herrn Fassin, sitzt mir jetzt niemand im Nacken.
00:16:12: Insofern ... Wir haben nicht dieses Quartalsmäßige oder so was.
00:16:18: Das fehlt uns schon.
00:16:19: Der Riesenunterschied ist ganz simpel.
00:16:21: Wir sind zwei Familienunternehmer, uns gehört die Wude.
00:16:24: Und wenn wir sagen, wir wollen das machen, dann machen wir das.
00:16:26: Und wir haben natürlich jetzt nicht eine Aktionärsvertretung von einem Riesenkonzern.
00:16:30: Er sagt, er sind schuldigen Sie bitte, die hunderttausend Euro hätte man aber auch in den Profit schieben können.
00:16:35: Also es sind schlanke Abläufe innerhalb des Unternehmens.
00:16:37: Ja,
00:16:38: die schlanken Abläufe sind, dass wir uns in die Augen gucken.
00:16:40: Und ehrlicherweise, wir brauchen uns bei den meisten Entscheidungen gar nicht in die Augen gucken, weil wir wissen, wie der andere das empfindet.
00:16:46: Also so ein Thema, das brauchen wir gar nicht abzustimmen, weil wir beide wissen, dass das gut ist.
00:16:50: Aber
00:16:50: auch, wie wir organisiert sind, unsere Büros, wir haben Einzelbüros, dazwischen ist nur ein Büro, das ist unsere Assistentin.
00:16:56: Punkt.
00:16:57: Und die Türen sind offen.
00:16:58: Also wir haben nicht dieses, ich komm zurück auf ihr schreiben Formen, ja?
00:17:03: Die sind ganz, ihr seht sie hier ja auch, das ist gar nicht möglich.
00:17:06: Wir stimmen uns persönlich ab.
00:17:07: Wir wollen mit den Menschen, wir wollen Menschen sehen, aber in dem Fall hier, da hat Herr Fassin völlig recht, da brauchen wir keine zwei Sekunden drüber reden.
00:17:15: Auch beruhigend, auch das wieder so zu sehen.
00:17:18: Was meinen Sie, welche Learnings können andere Marken aus der Kampagne zum Pinktober ziehen?
00:17:22: Wir sollten gerne auch mitmachen.
00:17:25: Ja, ich glaube, Herr Bachmull hat eine tolle Idee gehabt vor einigen Jahren, dass er gesagt hat, wir wollen mit jeder Marke etwas machen, was zur Marke passt.
00:17:32: Also beispielsweise bei Salos, wir haben ja dieses Lackritzbomber, was wir auch herstellen, und da gibt es in Hamburg eine Aktion, die heißt Salos und Suppe.
00:17:39: Und das ist insbesondere für Obdachlose.
00:17:41: Und Obdachlose manchmal ist ja auch ein Drogenthema.
00:17:43: Deswegen ist für die beispielsweise Zucker und Kalorien unheimlich wichtig.
00:17:47: Deswegen ist für die A. Zucker, also sprich Salos und Bonbon, richtig.
00:17:50: Aber Beene heiße Suppe kann man sich vorstellen auch, dass man sowas als Aktionen macht und dass das so toll zur Marke passt, wobei wir auch so eine nordische Marke sind, dass die einfach traumhaft.
00:18:00: Ja, finde ich großartig.
00:18:01: Oder Bachmüll hat eine andere Idee gehabt bei dem Thema Ahoibrause.
00:18:05: Das ist eine Produktgruppe, die ist ein bisschen kreischig, sage ich mal.
00:18:09: Sowas ist unterstützt worden.
00:18:11: Sprayer, die normalerweise nicht sprayen dürfen.
00:18:14: Also wurden Wände gebucht, die wir sprayen dürfen.
00:18:17: Die
00:18:17: wollten auch nicht alle im Video auftauchen.
00:18:20: Ja, aber es ist toll.
00:18:23: Wozu hat das geführt?
00:18:24: Jetzt ist nämlich das erst, weil wir mal was Gutes tun.
00:18:26: Jetzt hat es dazu geführt, dass wir gesagt haben, das sieht so toll aus, dass wir unser Werk, was in Rammshallen ist, Erholbrause besprüht haben mit Sprayern, mit Erholbrause-Motinen.
00:18:35: Und jetzt die Mitarbeiter wiederum sagen, wie geil ist das denn hier?
00:18:38: Also manchmal ergeben sich dann auch die Dinge und ... Um zurückzukommen auf die Frage, ich glaube, was Marken lernen können, ist, wenn man was tut, was zur Marke passt, ist es einfach viel schöner.
00:18:48: Vor allem, weil das Schöne ist, die, die das ja in Anspruch nehmen, kriegen ja nicht so eine Spende nach dem Motto, bitte schön, das sind ein paar Almosen für dich, sondern die leisten ja was für uns, die leisten diese Spraygeschichten, wo sie auch Aheumotive oder die leisten etwas für die Obdachlosen.
00:19:04: und tun etwas und kriegen nicht einfach eine Spende und damit ist alles gut, lieber Obdachloser, kauf dir eine Suppe.
00:19:09: Es ist eine schönere, menschenschätzende Reform, möchte ich mal sagen.
00:19:13: Nur, das fällt nicht alles mir ein.
00:19:14: Ja, diesen Rahmen gebe ich vor.
00:19:16: Aber im Bereich von Herrn Bachmehl, glaube
00:19:18: ich, damit sagen.
00:19:18: Ja, genau.
00:19:18: Und ich gebe den Rahmen vor, die Aktion selber, die kommen natürlich aus der Marke.
00:19:22: Marke, den Team oder da geht's gut.
00:19:23: Ja,
00:19:23: aber die Offenheit ist ja da.
00:19:25: Die
00:19:25: ist mehr als da.
00:19:26: Das finde ich, glaube ich, merkt man auch, wenn man jetzt hier zugehört hat, dass einfach eine gewisse Bereitschaft da ist.
00:19:32: Absolut.
00:19:33: Und die muss man nicht erst sich erzwingen.
00:19:35: Das ist, glaube ich, erzwingen.
00:19:36: Ja, wo wir
00:19:36: uns zwingen müssen, ist... Wir kriegen viele Zuschriften, die kannst du mir auch helfen.
00:19:43: Und da muss ich klar sagen, auch da gilt, wir müssen uns konzentrieren.
00:19:48: Okay.
00:19:48: Jeweils.
00:19:49: Wir machen nicht tausend Blumenblün, wir machen eine Sache, die richtig.
00:19:54: Thema Shitstorm.
00:19:55: Es gab unter einem Instagram-Beitrag vom Pingtur beim letzten Jahr viele negative Kommentare wegen des Adventskalenders.
00:20:03: Was war da los?
00:20:04: Weiß ich nicht mehr, Elisabeth.
00:20:08: Aber es ist eine meiner größten Managementstärken.
00:20:12: Ich vergesse einfach, was schlecht war.
00:20:13: Das ist aber schön.
00:20:14: Also das ist ja eine gute Eigenschaft.
00:20:16: Absolut,
00:20:16: absolut.
00:20:17: Ich schlafe auch hervorragend.
00:20:21: Nein, aber gegenwind gibt es ja eigentlich...
00:20:24: Ja, gibt es Gürze Marketing dazu.
00:20:26: Wie hält man das aus?
00:20:27: Wunderbar.
00:20:28: Vergessen und so, aber insgesamt... Nimmt man sowas auch mit nach Hause oder denkt man eher, ja gehört dazu?
00:20:34: Die
00:20:35: Frage ist da immer so.
00:20:36: Wenn man eine Position bezieht, dann mögen Leute die Position oder mögen sie nicht.
00:20:41: Also muss man doch sich die Frage stellen, wenn ich eine Position beziehen möchte, kann ich ja jetzt nicht wollen, das versuchen viele, dann wird es aber so eine eiligende Wollmilchsau.
00:20:50: Wenn ich eine Position beziehe, dann gibt es Menschen, die das mögen und es gibt Menschen, die das nicht mögen.
00:20:54: Und die einzige Überzeugung, die man ja selber haben muss, ist, Wie stehe ich dazu?
00:20:59: Und wenn ich so überzeugt bin dafür, dass es richtig ist, dann ist es einem ja relativ hoch.
00:21:03: Der Schritt ist ja noch davor.
00:21:05: Willst du überhaupt Position beziehen?
00:21:06: Ja, absolut.
00:21:07: Das wollen viele Menschen ja nicht.
00:21:08: Die wollen ja so unter dem Radar.
00:21:10: Bei uns ist das als Unternehmer oder größeres Unternehmen so richtig unter dem Radar sowieso nicht möglich.
00:21:15: Man kann sich noch wegdrucken oder sowas.
00:21:17: Sind wir aber nicht.
00:21:18: Wir stehen dazu und fertig.
00:21:20: Sonst würden wir ja auch nicht hier so ein Super-Podcast machen.
00:21:25: Ja, und abschließend die Frage, die eigentlich immer gestellt wird, was war jetzt bei dieser Kampagne emotional oder strategisch so der wichtigste Moment für Sie?
00:21:37: Ja, das unpeinlich zu machen.
00:21:41: Für mich war der schönste Moment, dass der Mann der Gynäkologien sagte, viele Grüße von meiner Frau, ich möchte mich bedanken.
00:21:48: Und so der Ahamoment dieser ganzen Kampagne, also wird man zwischendurch angesprochen und auch noch mal gesagt so Danke, sind das solche Ahamomente oder gibt es andere?
00:21:57: Ja,
00:21:58: auch das müssen wir nicht so hochhängen.
00:22:03: Das ist ja Teil unseres Marketings und aber eben einer der allgemeinen ohne Shitstorm gut auskommt.
00:22:13: Ja, das war unsere heutige Folge von Katjes Pakt aus zum Thema Pinktober.
00:22:17: Mein Name ist Linda Zawakis.
00:22:18: Ich sage danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
00:22:21: Dann schauen wir übrigens auf die Kooperation mit Dennis Schröder.
00:22:24: Wenn ihr jetzt denkt, hey, Dennis Schröder, ich sage nur amtierender Weltmeister im Basketball.
00:22:29: Und schon gehen die Bilder an.
00:22:30: Das wird sicherlich auch spannend.
00:22:32: Ich freue mich.
00:22:32: Bis dann.
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